Das Fire HD 10 (2017) im Alltagseinsatz

Schon lange war ich auf der Suche nach einem Tablet um im zu Internet surfen, News und Bücher zu lesen, Musik zu hören und u Videos anzusehen. Amazon’s Tablets, wie zum Beispiel das Fire HD 10, kamen nie in die engere Wahl wegen Amazons Eigensinnigkeit. Die Geräte laufen zwar mit Android, allerdings nur als Basis für ein „eigenes“ Betriebssystem. Die dabei verwendete Version von Android ist mittlerweile richtig veraltet, die Google Dienste und Store werden ausgeschlossen, dafür der eigene Amazon App Store, in dem nur die wenigsten Hersteller ihre Apps veröffentlichen, „aufgezwungen“.

Auf der anderen Seite suche ich mir immer die Geräte, die das für mich beste Preis/Leistungsverhältnis bieten, aus. Während der Cyber Week wurde dann das Fire HD 10 zu einem unglaublich guten Preis angeboten. Mit der Möglichkeit es ja noch zurückschicken zu können, wenn es wirklich nichts für mich ist, habe ich mich dann doch für den Kauf entschieden und bin bisher durchaus mehr als zufrieden.

Die Oberfläche

Das Fire HD 10 ist für Prime Kunden ausgerichtet, dadurch ist die Oberfläche perfekt für den Medienkonsum bei Amazon. So muss man um Inhalte wie Filme, Bücher, Hörbücher, Musik oder Magazine zu sehen nicht extra die entsprechende App öffnen, sondern kann einfach nach links oder rechts zur gewünschten Kategorie wischen, wo dann die Inhalte gleich präsentiert werden. Wenn man dann auf einen der Inhalte tippt, öffnet sich die entsprechende App und spielt den Medieninhalt ab. Der Fire OS Launcher ist in die folgenden Kategorien aufgeteilt:

Für Sie

Für Sie“ ist eine für den Nutzer angepasste Ansicht in der das Wetter und die zuletzt aufgerufenen Inhalte angezeigt werden. Anschließend sind die zuletzt verwendeten Apps, Musikvorschläge, die letzten Bilder, die zu Prime Photos hochgeladen oder auf dem Gerät erstellt wurden sichtbar. Anschließend sind noch Vorschläge mit beliebten Apps aus Amazons App Store aufgelistet.

Startseite

Die „Startseite“ ist der Ort wo alle installierten Apps gelistet sind. Die können wie auf anderen Android Geräten auch beliebig zu Ordnern zusammengefasst werden. Oben erscheinen noch die neuesten Inhalte, bei mir sind das aktuell Bücher und Magazine.

Bücher

Auf der „Bücher“ Seite sind ganz oben die zuletzt geöffneten Bücher aus der eigenen Kindle Bibliothek zu sehen. Darunter kommen personalisierte Buchvorschläge aus den verschiedensten Kategorien. Mit Prime Reading sind jetzt außerdem einige Bücher im Prime Abo inkludiert.

Video

Bei den „Video„s werden zuerst Videos sichtbar, die man gestartet aber nicht fertig gesehen hat, anschließend Film- und Serienempfehlungen aus Prime Video, allerdings sind hier auch Bezahlinhalte dabei. Prime Inhalte sind durch ein kleines Banner in der linken oberen Ecke erkenntlich.

Spiele, Einkaufen und Apps

Dann folgen die Kategorien „Spiele„, „Einkaufen“ und „Apps„. Diese sind nach meinem Geschmack überflüssig. Spiele und Apps sind sowieso schon auf der Startseite gelistet und wenn ich neue Apps oder Spiele suche, öffne ich den Store. „Einkaufen“ ist eine Integration von Amazon in den Launcher, das dient eindeutig nur Werbezwecken.

Musik

Einen Wisch weiter nach rechts kommt man zur „Musik„. Hier ist ganz oben die zuletzt abgespielte Musik zu finden, anschließend empfohlene Radios, Playlists, Alben und Songs. Dann geht es weiter mit beliebten Playlists, Alben und Songs. Einmal tippen auf ein Cover genügt um sofort Musik abzuspielen.

Audible

Wer nicht gerne selbst Bücher liest, lässt sie sich bei „Audible„, die nächste Kategorieseite, vorlesen. Auch hier werden als erstes die aktuellsten Inhalte aus der eigenen Bibliothek präsentiert und mit einem Klick geht es schon los. Wirklich schön umgesetzt. Weiter unten kommen dann wieder, basierend auf den Inhalten der eigenen Bibliothek, Vorschläge für neue Hörbücher.

Zeitungskiosk

Im „Zeitungskiosk“ findet man zu guter Letzt noch Magazine die man sich entweder gekauft oder durch Prime Reading zu seiner Bibliothek hinzugefügt hat.

Einstellungen

Zur Oberfläche zähle ich auch das Einstellungsmenü, dieses wurde sehr benutzerfreundlich aufgeräumt, sodass hier sogar Hilfevideos zu finden sind. Endlose Unterstrukturen wie in Stock Android wurden vermieden, das bedeutet allerdings auch weniger Einstellungsmöglichkeiten.

Streaming

Amazon Prime Video

Inhalte vom Fire HD 10 an das Fire TV zu streamen funktioniert einwandfrei. Hier bin ich wirklich begeistert. Wenn der Film X-Ray Informationen bietet, ist das Tablet anschließend als Second Screen mit Informationen zu beispielsweise Szenen und Schauspielern nutzbar. Google Cast wird von Amazon Prime Video leider nicht unterstützt.

Netflix

Auch Netflix Inhalte lassen sich sehr einfach auf den Fire TV streamen, hier dann aber ohne Second Screen auf dem Tablet. Auch das Netflix App kann keine Inhalte an den Chromecast streamen. Das scheint von Amazon unterbunden zu werden.

Amazon Prime Music

Streamen ist hier Fehlanzeige. Ich kann Inhalte vom Tablet nicht auf den Fire TV und auch nicht auf den Chromecast senden. Mit der Amazon Music App auf meinem Smartphone ist das problemlos möglich. Hoffentlich wird hier noch nachgebessert.

Ausstattung

Ein hochauflösendes Display ist in der Preisklasse nicht oft zu finden. Es ist wirklich ein Traum darauf News oder Bücher zu lesen. Durch die Stereo Lautsprecher macht auch Musik oder Audible Bücher hören richtig Spaß. Problemlos kann das Fire HD 10 aber auch über AUX oder Bluetooth mit der HiFi Anlage verbunden werden. Die Leistung der CPU ist für Spiele wie Asphalt 8 oder Hearthstone ausreichend.

Alexa

Zur Ausstattung des Fire HD 10 gehört auch die Sprachassistentin Alexa, die bei mir aktuell hauptsächlich die Lichter kontrolliert. Ansonsten ist sie sehr hilfreich um während dem Kochen Lebensmittel auf die Einkaufsliste zu setzen oder schnell die ToDo Liste zu befüllen. Der riesen Vorteil ist, dass nicht extra ein Knopf gedrückt werden muss um sie zu aktivieren. So stellt das Tablet quasi einen Ersatz für einen Echo Dot dar.

Nachteile

Kein Gerät kommt ohne Schwächen aus, eine des Fire HD 10 ist sicher die Kamera. Das sehe ich aber nicht als kritisch, da ich mit einem Tablet sowieso nicht anfange Fotos zu schießen. Viel nerviger ist der Ausschluss von Google Diensten, die man sich erst selbst installieren muss, um Apps aus Googles Play Store nutzen zu können.

Weiters wird der Sperrbildschirm als Werbefläche missbraucht. Für 15 € zusätzlich kann man das allerdings abschalten.

Blue Shade

Schlecht umgesetzt ist meiner Meinung nach auch der Nachtmodus, der mittlerweile bei allen modernen Betriebssystemen zum Standard gehört. Bei Aktivierung bekommt der Bildschirm einen extrem orangen Stich. In den Einstellungen kann man sich die Farbe mit einem Schieberegler noch bis zu einem extremen Rotstich einstellen, schöner wird das Bild dadurch aber nicht.

Den Unterschied der Standard Farbeinstellung zu der mit aktivierter Blue Shade Funktion ist auf den Screenshots des Einstellungsmenü erkennbar.

Fazit

Ich kann das Amazon Fire HD 10 für Amazon Prime Nutzer klar empfehlen. Preis/Leistung stimmt hier meiner Meinung nach auf jeden Fall. Es ist keine Wunderwaffe, allerdings ist es eindeutig für den Medienkonsum ausgerichtet. Auch das FireOS hat mich positiv überrascht da sich alles auf die ohnehin schon bezahlten Prime Inhalte fokussiert und das Zusammenspiel mit dem FireTV richtig gut funktioniert. Schön wäre wenn Amazon und Google sich besser verstehen würden und die Google Dienste nicht manuell nachinstalliert werden müssten. Da sind leider beide der großen Firmen nur auf ihren eigenen Profit aus.

Engere Auswahl

In meiner engeren Auswahl von Tablets waren diese Produkte:

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